Netzwerk Kirchenreform - Wednesday, 19. November 2008
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Zielsetzung der Projektdatenbank Kirchenreform

Kurzdarstellung der Reformdatenbank

  

Ein wesentliches Ziel des Netzwerks ist es, Kirchenreformprozesse zu diskutieren, zu reflektieren und zu konzipieren. Um solche Reformprojekte bekannt zu machen, zu vernetzen und nach bestimmten Kriterien auszuwerten, entwickelte das Netzwerk eine Kirchenreform-Datenbank, die gegenwärtig überarbeitet wird. Sie beinhaltet eine große Bandbreite von Reformprojekten, die von der Gemeindeebene (z.B. „pastorale Räume“ oder innovative Gemeindeaufbauprozesse) über die Regionen bis zur landeskirchlichen Ebene reichen und alle Aspekte des kirchlichen Lebens umfassen. Wesentlich sind dabei folgende Aspekte:

  1. Veröffentlichung: Initiatoren von Reformprojekten erhalten die Gelegenheit, ihre Projekte und die daraus erwachsenen Erkenntnisse einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Dies soll nach einem bestimmten Schema geschehen, das von Prof. Wolfgang Nethöfel entwickelt wurde. Dieses Schema erlaubt einerseits eine schnelle und unkomplizierte Eingabe, andererseits eine tiefer gehende Auswertung (s.u.). Die Eingabe soll zumindest in der ersten Phase nicht direkt im Netz geschehen können, sondern ein Lektorat durch das „Institut für Wirtschafts- und Sozialethik – IWS“ in Marburg durchlaufen. Alle Beiträge, Erweiterungen und Kommentare müssen somit zentral freigeschaltet werden. Das bedeutet einerseits einen gewissen Personalaufwand, stellt allerdings sicher, dass die Beiträge vollständig und auswertbar sind. Auf mittlere Sicht ist die zentrale Pflege der Datenbank sichergestellt, es ist angedacht, danach zu einer dezentralen Pflege der Daten überzugehen.
  2. Vernetzung: Die Datenbank soll Personen oder Institutionen, die Kirchenreformprojekte planen, die Möglichkeit geben, von bereits gemachten Erfahrungen zu profitieren. Mit einer Suchfunktion nach Kategorien werden die relevanten Projekte leicht aufgefunden werden können. Je umfangreicher die Datenbank ist, umso größer werden die positiven Synergieeffekte sein. Indem die Reforminitiatoren eine Kontaktadresse entweder in der Datenbank veröffentlichen oder bei den Datenbankbetreuern hinterlegen, wird auch eine direkte Kontaktaufnahme und dadurch ein persönlicher Erfahrungsaustausch möglich sein. Bei Bedarf ist auch längerfristig an die Einrichtung eines Internet-Forums gedacht.
  3. Auswertung: Das feste Schema der Eingabemaske ermöglicht zunächst den direkten Vergleich schon in der Datenbank selbst. Ihr Algorithmus analysiert die Daten gewissermaßen automatisch. Dadurch ergibt sie sofort Aufschlüsse über Subjekte (wer genau ist Träger der Reformprojekte), Ziele der Projekte, Begründungen und Zielgruppen, fördernde/ hindernde Kräfte, Planungsvorgaben (Controlling) und typische Reformphasen. Anschlussmöglichkeiten an eine breitere wissenschaftliche Diskussion ergeben sich dadurch, dass der Datenbank dasselbe Schema zugrunde liegt wie dem Reformprojektebuch „Kirchenreform jetzt!“, das von Prof. Wolfgang Nethöfel und OKR Dr. Klaus-Dieter Grunwald herausgegeben wurde.
  4. Best-practice-Auswertungen: Durch die Suchfunktion ist es problemlos möglich, zu den unterschiedlichen Projektkategorien Best-practice-(und ebenso einfach Worst-practice-)Projekte zu identifizieren und durch den Auswertungsalgorithmus herauszufinden, aus welchen Faktoren - und aus welchen Relationen zwischen Faktoren - Erfolg und Misserfolg dieser Projekte entspringen.
Die Reformdatenbank

Nach zwei Seiten hin kann die Datenbank sofort praktische Relevanz haben. Zunächst wird es möglich sein, die missionarischen Gemeindeprojekte des AMD auf dem Gebiet der KPS einzugeben und auszuwerten. In einer exemplarischen Analyse (Pilotstudie) wird eine Erstauswertung der Daten durchgeführt werden. Dadurch lassen sich ggf. charakteristische Merkmale der Bewegung im Gebiet der KPS aufzeigen und Hinweise geben für eine Dauerbeobachtung (Monitoring) und Steuerung (Controlling) der Missionsprojekte sowie für eine vertiefte Analyse der Daten im Gesamtkontext der Datenbank („Missions- als Reformprojekte“).

   

Das Projekt vermag durch seinen induktiven Ansatz einen wichtigen theoretischen wie praktischen Beitrag zum Missionsthema zu leisten. Das Schema, das der Erfassung zugrunde liegt, listet dabei nicht einfach nur die Projektakteure auf, es folgt aber auch nicht den abstrakten Kategorien einer Missionstheologie, sondern identifiziert die Aktanten des Missionsgeschehens. Das Aktantenmodell geht von einem Raster notwendiger Beziehungen aus, diese sind aber über die Eingabemasken als Hypothesen formuliert, mit denen nun quasi automatisch die empirischen Erfahrungen aus den einzelnen Projekten gesammelt und aufbereitet werden. Dies gilt für Erfolgserfahrungen wie für Erfahrungen des Scheiterns gleichermaßen.

  

Vorstellung von Netzwerk und Datenbank auf dem Kirchentag 2005

Im Einzelnen werden dabei zunächst das Paradigma der Projektinitiatoren (Subjekt: „Missionare“) und das der Projektziele (Objekt: „Mission“) zueinander in Beziehung gesetzt. Daraus ergibt sich bereits eine für die schnelle Vergleichbarkeit wichtige Kurzformel für jedes Projekt. Eine zweite für die Praxis wie für die weiterführende Analyse wichtige Zusammenstellung betrifft einerseits das Paradigma der förderlichen Personen und Umstände (Adjuvanten: „Helfer“), anderseits das Paradigma der hemmenden Personen und Umstände (Opponenten: „Verhinderer“). Die Analyse gibt Anstöße zu weiterführenden Fragen: Wer sind (immer wieder) die aktiven, wer sind die fördernden und hinderlichen Personen (Funktionen, Rollen, Berufe), für welche Gruppen und Institutionen gilt das? Welche praktischen Konsequenzen für Kooperationen lassen sich daraus ableiten?

   

Einen Ansatz zu einer induktiven Missionstheologie, aber auch den Einstieg in eine vertiefte Analyse bieten das Paradigma der erfragten Begründungen und Motivationen (Adressant: „Auftrag“) und das der Zielgruppe des Missionsprojektes (Adressat: „Missionsfeld“).

  

Das neue Layout für die Datenbank 2007

Weiter führende Analysen gehen von Ausgangs- und Schluss-Situationen des Missionsgeschehens aus: Wo am Anfang Missionare unter Schwierigkeiten in einem konkreten Feld missionieren, wird sich am Schluss zeigen, dass wirksame Hilfe ein vertieftes Selbstverständnis der Missionare und ein vertieftes Verständnis ihres Auftrags zusammenfügt. Die Kirchenreform-Datenbank kann mittels der dem Schema inhärenten Zeitdimension solche Veränderungen erfassen und Aufschlüsse darüber geben, was sie bedeuten und welche Prozesse gerade in Missionsprojekten in den neuen Bundesländern wirksam sind.

   

Die Auswertung der Missionsprojekte führt aber schon vorher möglicherweise zur Benennung typischer Phasen, zur Identifizierung von förderlichen bzw. hinderlichen Ereignissen. Hieraus lassen sich für die Missionssituation Konsequenzen ableiten, die „Mittlere Größen“, jedenfalls durch Mittlere Axiome begründbare Werkzeuge und Strategien für erfolgreiche Missionsarbeit sind.

  

Präsentation der Kirchenreformdatenbank auf der 3. wiss. Tagung im Februar 2006 ...

Eine zweite Anschlussmöglichkeit ist die Vernetzung mit der „Angebotslandkarte“ des Wiesbadener Modellprojekts. Damit wird der Auswertungsalgorithmus der Kirchenreform-Datenbank mit der strukturierten Erfassung der Reformprojekte z.B. im Dekanat Wiesbaden verbunden.

  

   

Die Kirchenreform-Datenbank befindet sich weiterhin im stetigen Auf- und Ausbau. Erste Informationen waren unter www.sagena.de abrufbar, die erste Version der Datenbank ist zur Zeit noch unter www.kirchenreform.de/Reformprojekte/ aufrufbar. Die regelmäßige Präsenz des Netzwerks auf dem „Markt der Möglichkeiten“ (2005) bzw. in der „Werkstatt Gemeinde“ bietet den Rahmen, um die Datenbank einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.

  

 

h-a-s-e.com

 

Für die inhaltliche Konzeption ist das „Institut für Wirtschafts- und Sozialethik - IWS“ in Marburg zuständig, die technische Umsetzung der ersten Datenbank erfolgte durch Hilmar Lenz von der h.a.s.e GmbH und wird nun vom IWS Marburg weiter ausgebaut.

 

 

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