Warum Kirche Coaching von außen braucht
Ein Beitrag aus dem Netzwerk Beratung für Kirchenentwicklung
Warum Kirche Coaching von außen braucht
Margot Abstiens
„Das ist gut“, sagt ein rheinischer Superintendent am Schluss einer Weiterbildung zum Thema Change Management, „Sie sind ‚out of the box’ und bringen Ihre Sichtweise von außen ein - und kennen Kirche gleichzeitig gut von innen!“
Für ihre Weiterentwicklung braucht jede Organisation Impulse von außen, auch – und
gerade! - wenn sie selbst sehr kompetente Menschen beschäftigt. Weiterbildung und
Organisationsberatung ist in der Kirche gut bekannt. Deshalb hier einige Informationen
über eine Beratungsform, die sich aufgrund ihrer Nachhaltigkeit mehr und mehr bewährt
und die von immer mehr Menschen für ihre (berufliche und private) Entwicklung genutzt
wird.
1. Was ist Coaching?
„Coach“ heißt im englischen eigentlich „Kutsche“. Es geht hier also um etwas oder jemandem, der/die/das hilft, von einem Ort zum anderen zu gelangen.
Coaching unterstützt Menschen in Situationen mit besonderem Klärungsbedarf oder auch kontinuierlich, also begleitend, im beruflichen Alltag. Coaching fördert persönliche Lernprozesse: bei einzelnen, in Gruppen, in Teams, in Gremien.
Coaching unterstützt die präzise Klärung von Fragestellungen und Zielen. Coaching lenkt
den Blick auf Stärken und Möglichkeiten.
CoachInnen unterstützen ihre KundInnen mit Respekt und Wertschätzung bei der Erreichung ihrer Ziele. Sie setzen dabei sehr sorgfältig ihre gesamte Persönlichkeit und
geeignete Methoden ein. Coaching zielt auf einen kreativen Neuentwurf von Wirklichkeit
und die Erweiterung von Denk-, Gefühls- und Handlungsmöglichkeiten.
2. Bei welchen Herausforderungen ist Coaching eine Hilfe?
Coaching unterstützt in Situationen wie beispielsweise diesen:
- Ich bin verantwortlich für Veränderungs- oder Fusionsprozesse in meiner Organisation und will meinen Standpunkt und mein strategisches Vorgehen klären.
- Die Herausforderungen wachsen mir/uns über den Kopf.
- Ich brauche eine Art „SparringspartnerIn“ für Feedback.
- Ich habe eine Führungsposition (übernommen) und brauche Unterstützung für den professionellen Umgang mit haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen.
- Ich arbeite an vielen Projekten gleichzeitig und möchte sie priorisieren.
- Ich bin nicht mehr zufrieden mit meiner Tätigkeit und will herausfinden, was ich wirklich will und wie ich es erreiche.
- Ich möchte heraus aus dem Trott.
- Ich brauche eine/n GesprächspartnerIn, die mir zuhört, mir ein paar Fragen stellt und mir neu „auf die Schiene“ hilft.
- In Teams und Organisationen: Wir wissen nicht so recht, wie es weitergeht, wir wollen gemeinsam neue, kraftvolle Ziele und Strategien für unsere Arbeit entwickeln.
3. Was bringt Coaching?
Coaching
- hilft bei der Klärung von tatsächlichen persönlichen und/oder organisationalen Zielen
- unterstützt Lösungen für Fragen hinter den Fragen
- hilft Gedanken zu sortieren
- hilft zu verstehen, warum bestimmte Schwierigkeiten (immer wieder) auftauchen
- hilft innere Zusammenhänge sichtbar zu machen
- hilft dabei, den eigenen Möglichkeiten auf die Spur zu kommen
- hilft dabei, sich mit der eigenen inneren Kraft und Kreativität zu verbinden
- hilft dabei, eigene Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster zu erkennen und zu variieren
- hilft dabei, sich selber als kompetent zu erleben
- hilft dabei, Dinge in einem neuen Licht zu sehen
- hilft dabei, Herausforderungen mit mehr Kraft und Leichtigkeit anzugehen.
4. Die Rolle des Coaches/der Coachin
CoachInnen bringen sich selber als Person mit allen Stärken, Kenntnissen, Erfahrungen und Einstellungen in den Coachingprozess ein. CoachInnen sind verantwortlich für die Inszenierung von Lernprozessen. Was jemand jedoch im Coaching lernen will, entscheidet er/sie selbst.
Gleichwohl können CoachInnen nicht nicht beeinflussen. Entscheidend dabei ist, dass sie selber wissen, welche Art von Einfluss sie ausüben – und das ggf. offen machen und zur Diskussion stellen.
5. Coachingformate
Coaching findet statt z.B. als Einzelcoaching, als Kleingruppencoaching oder als Team(Gremien)- coaching. Es kann als Teil von Organisationsentwicklungsprozessen installiert werden oder ein Instrument sein im Rahmen von Weiterbildung. Wichtig ist, vorab Ziele zu definieren und dann zu schauen, mit welchem Format dieses am besten zu erreichen ist.
6. Warum braucht auch Kirche Coaching?
Wie jede Organisation befindet sich auch Kirche in ständigen Entwicklungs- und Wandlungsprozessen (ecclesia semper reformanda). Um diese professionell gestalten zu können und jede einzelne dort (mit)arbeitende Person dabei bestmöglich zu unterstützen, ist Coaching ein effizientes und effektives Instrument.
Coaching entlastet.
7. Warum ist Coaching durch externe ehemalige kirchliche MitarbeiterInnen so besonders hilfreich?
a) Weil der unterstützende Blick von außen notwendig ist.
Denn: ein System kann nicht sehen, was es nicht sehen kann.
Jede (kirchliche) Organisation bildet im Laufe der Zeit Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster heraus, in die sie ihre Mitglieder „einwickelt“. Wer neu kommt, stellt noch Fragen, wer längere Zeit dabei ist, „weiß Bescheid“ und „spielt mit“. Und erst wer längere Zeit raus ist, weiß, wie beides funktioniert und hat die notwendige Distanz.
Auch Veränderungsprozesse in Organisationen finden innerhalb dieser unausgesprochenen Regeln statt, nach denen alles funktioniert. Manchmal jedoch sind genau diese Regeln Teil des Problems.
Externe Coaches helfen, den eigenen Blickwinkel zu erweitern!
b) Weil heutzutage auch in der Kirche unternehmerische Kompetenz notwendig ist.
Wirtschaftlich selbstständig arbeitende Coaches bringen genau die Kompetenz mit, die Menschen in der Kirche dabei sind zu erwerben. Aufgrund eigener Erfahrung kennen sie die Schwierigkeiten, die damit verbunden sind, und haben sie reflektiert. Sie wissen, dass man erst investieren muss, bevor Erträge erwirtschaftet werden können. Sie wissen, wie unternehmerische Kompetenz aufgebaut werden kann und wie Herausforderungen gemeistert werden können. Sie haben wohltuende Blickwechsel selber vollzogen und ihren Glauben „im Regen erprobt“.
c) Weil aber auch das „Wissen von innen“ notwendig ist.
Nur wer selber im Bereich der Kirche gearbeitet hat, weiß, wie es sich „von innen anfühlt“. Ehemalige kennen die komplexen kirchlichen Strukturen und ihr Verwobensein mit theologischen Inhalten. Nur mit diesem Wissen ist eine kompetente Begleitung kirchlicher MitarbeiterInnen, PfarrerInnen, Ehrenamtlicher und Gremien zu gewährleisten.
Gönnen Sie sich einen Blickwechsel! Erleben Sie, dass Investitionen sich auszahlen.
Wir unterstützen Sie gerne.
Margot Abstiens,
Beratung für Karriere- und Unternehmensentwicklung,
Mitglied im Netzwerk NBFK – Beratung für Kirchenentwicklung, www.nbfk.de
Die Autorin Margot Abstiens, Dipl.-Pädagogin, ist selbstständig tätig als Coachin und Beraterin für Organisationsentwicklung. Sie bietet Qualifizierungen in Sachen Führen und Leiten, Karriereentwicklung und Unternehmensentwicklung. Dabei greift sie zurück auf langjährige hauptamtliche Tätigkeit im Bereich Kirche sowie auf Weiterbildungen in integrativem Kreativitätstraining/Kreative Therapie, Organisationsberatung, NLP (Master) und Betriebswirtschaft. Sie ist auditiert bei der Forschungsstelle Coachgutachten der Universität Hamburg und Autorin zahlreicher Artikel zum Thema persönlicher und organisationaler Veränderungsprozesse in der Kirche.
"Das Netzwerk Beratung für Kirchen- entwicklung (NBFK) ist ein Zusammen- schluss von selbstständigen BeraterInnen, Coaches, TrainerInnen, die vor ihrer Zeit als UnternehmerInnen angestellt im Bereich Kirche gearbeitet haben. Wir bieten Beratung für alle Themen der Organisations- und Personalentwicklung, Training und Coaching. Fragen Sie uns an! (www.nbfk.de)".
www.businessSchule-fuer-frauen.de
Kopfbild: Johannes Kohl / www.pixelio.de.




