Netzwerk Kirchenreform - Wednesday, 19. November 2008
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Strategische Personalentwicklung

Kirchenmanagement im Aufbruch

 

Marco Bambach

von Marco Bambach

  

 

Enorme Kirchensteuerausfälle sind für die nächsten Jahre vorhergesagt; die staatlichen Zuschussmodelle für Kirche und Soziales versiegen; die Mitglieder der Kirchen und Kunden der kirchlichen Sozialorganisationen entwickeln ein immer höheres Anspruchsdenken - zunehmende Säkularisierung in fast allen Lebensbereichen und veränderte Normen und Werte der Menschen wirken auf Kirche und Religiosität ein; fehlende Mitarbeiter und Nachwuchsmangel werden sich aufgrund der nun kommenden geburtenschwachen Jahrgänge extrem verschärfen.
 
Wie soll sich die Arbeitgeberin Kirche und ihre angegliederten caritativen und diakonischen Einrichtungen diesen Herausforderungen stellen? Personalentwicklung ist das neue Zauberwort für strategische Unternehmensführung in der Kirche. Das württembergische Kirchenparlament - die Evangelische Landessynode - hat auf ihrer Tagung vom 25. November 2002 Personalentwicklung gesetzlich festgeschrieben. Was steckt dahinter und wie wichtig sind unsere Mitarbeiter?
 
„Der richtige Mitarbeiter, zur richtigen Zeit, mit der richtigen Motivation, am richtigen Platz.“ Diese alte personalpolitische Binsenweisheit behält als Messlatte für erfolgreiches Personalmanagement auch für kirchliche Organisationen nach wie vor ihre Gültigkeit. Personalentwicklung ist ein motivierender, permanenter Wachstumsprozess, eine systematische Pflege der fachlichen und menschlichen Qualitäten im Einklang der Wünsche, Bedürfnisse, Anforderungen und Vorstellungen des Mitarbeiters und des Unternehmens.

  

Personalentwicklungsziele aus Sicht des Unternehmens können sein:

  
Als pauschales Ziel sieht der Mitarbeiter die Personalentwicklung als ein Instrument, seine Erwartungen und Wünsche auf persönliche Entfaltung und berufliches Weiterkommen zu befriedigen. Nachfolgend eine exemplarische Aufzählung möglicher Einzelziele:

  

Die Herausforderung für kirchliche und soziale Unternehmen ist es, sowohl die Maßstäbe der freigewerblichen Wirtschaft, als auch die Besonderheiten einer kirchlich-sozialen Einrichtung zu berücksichtigen. Auf der einen Seite stehen der selbstlose Dienst am Nächsten, auf der anderen Seite die Anforderungen an ein modernes Dienstleistungsunternehmen im Wettbewerb. Wohin soll der Weg gehen? Welchen Weg gehen die Mitarbeiter mit? Ziel ist es, zukunftsweisende Managementmodelle, Wirtschaftlichkeit, Effektivität und Effizienz in die Identifikation mit den christlichen Grundwerten einzubetten. Die Personalentwicklung liefert eine professionelle Unterstützung, um dem Lern- und Veränderungsprozessen im Unternehmen zu begegnen.
 
Die Werte der Menschen haben sich geändert und ebenso die Einstellungen der Menschen zur Arbeit. Herausfordernde Aufgaben, eigene Selbstentfaltung und menschliche Beziehungen gewinnen für den Mitarbeiter an Wert. Die Aufgabe des Unternehmens liegt nun darin, sich den veränderten Bedingungen zu stellen und die Unternehmens- und Mitarbeiterziele zu überdenken, um motivierte und leistungsstarke Mitarbeiter für den kirchlichen und sozialen Dienst zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Zusammenfassend gesagt, bestehen also steigende Ansprüche an die Qualität der Arbeitsplätze.
 
Der erfolgreiche Diplomvolkswirt Stoffer beschreibt in seinem Buch Sozialmanagement 2000 sehr treffend den Um- und Einstieg in ein neues Management und in ein verändertes Führungsverhalten, um den Wandel mit seinen Herausforderungen zu begegnen: „Wundern Sie sich nicht, dass Sie keine Spuren hinterlassen, wenn Sie nur ausgetretenen Pfaden folgen“. Führungskräfte sind keine Personen, die verborgen hinter ihrem Schreibtisch sitzen; sie sind Begleiter, die sich stets hilfsbereit am „Spielfeldrand“ bewegen und Probleme und Ansichten ihrer Mitarbeiter kennen und für sie da sind.

  

Caritas

Der Autor Marco Bambach ist seit Juli 2006 Geschäftsführer der Caritas-Einrichtungen gGmbH in Würzburg und bereitet 15 Caritas-Einrichtungen mit mehr als 900 Mitarbeitern für die zukünftigen Herausforderungen im Pflegebereich vor. Er wurde 1971 in Bad Kissingen geboren und verfügt über 15 Jahre Erfahrung bei der Caritas. Sein Weg führte ihn vom Zivildienstleistenden bis zum Geschäftsführer. Bambach war Verwaltungsleiter, Vorstandsmitglied im Kreisverband Bad Kissingen, Projektleiter für Organisationsentwicklung, Referatsleiter „Wirtschaftliche Beratung“ in Würzburg und Leiter zweier Senioren-Einrichtungen. In nebenberuflichen Studien und Weiterqualifizierungen erarbeitete er sich sein Sozialmanagement- und Wirtschaftswissen. Bambach ist zertifizierter Qualitätsmanager, Sozialmanager, Heimleiter und Betriebswirt. Der Jungmanager, der im Handelsblatt „Karriere des Jahres 2007“-Ranking zu den Top 25 Nachwuchsführungskräften Deutschlands gehörte, hat einen VWA- und einen Bachelor-Abschluss. Mit der vorliegenden Arbeit erlangte er 2005 den Master of Business Administration (MBA) mit Bestnote an der Steinbeis-Hochschule Berlin. 
  
Marco Bambach ist von der Wirtschaftszeitung „
Handelsblatt“ zu den 25 Topmanagern für die Karriere des Jahres gewählt worden. Der 36-Jährige ist dabei der einzige Mitarbeiter, der im Non-Profit-Bereich arbeitet. Innerhalb von 15 Jahren schaffte es der Bad Kissinger vom Zivildienstleitenden zum Geschäftsführer. Sein rascher Aufstieg, der berufliche Erfolge, das vorbildliche Führungsverhalten und sein verantwortliches Handeln waren die Kriterien, welche die Verantwortlichen der Zeitung überzeugten. 

    

Diversity Management: Unsichtbare Potenziale fördern

In seiner Bachelor-Arbeit beschäftigte sich Bambach mit dem Thema „Personalentwicklung“. Darauf aufbauend in seiner Master-Arbeit mit dem „Diversity-Management Ansatz“. Die Studie ist im Steinbeis-Edition Verlag erschienen:
Diversity Management – Unsichtbare Potenziale fördern.
ISBN: 978-3-938062-65-4

  

Linktipps

 

Linktipp:

Steinbeis-Hochschule Berlin
Steinbeis-Business-Academy 
www.steinbeis-academy.de  
  

Kontakt:

info@marco-bambach.de  
www.marco-bambach.de 

Forum Kirche und Management

  

Foto: Ludger Heuer (Caritas) / katholisch.de

Quelle: Forum Kirche und Management / katholisch.de

Kopfbild: Rainer Sturm / www.pixelio.de