Kirchenreform ist die Fortsetzung des Glaubens mit anderen Mitteln

Eine reformstrategische Einleitung von Wolfgang Nethöfel

  

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Einleitung - Teil 1

  

„Kirchenreform strategisch“ – geht das überhaupt? „Strategie“ bedeutet normalerweise Krieg und Macht. Das Durchsetzen von Zielen gegen Widerstand ist aber allenfalls verantwortungsethisch zu rechtfertigen – von den Kindern der Welt.  „Unter euch soll es nicht so sein“, lesen wir im Evangelium, „sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener“ (Mt. 20, 26). Gute Kirchenleitung, das haben vor allem die evangelischen Kirchen gelernt, geschieht „ohne menschliche Gewalt, allein durch Gottes Wort“ (Augsburger Konfession, Art. 28). Nun sind die Kinder Gottes zwar nicht von dieser Welt, aber sie leben in ihr. Immer schon musste das große Umsonst der Gnade Gottes, die Alternative zum Markt, auf dem Markt als Institution und Organisation überleben, um wahrgenommen zu werden und wirken zu können. Jesu Nachfolger fühlten sich daher auch dazu aufgerufen, klug zu sein wie die Schlangen (Mt. 10, 16) und mit den „anvertrauten Talenten zu wuchern“ (Mt. 25, 14 ff.). Offensichtlich erfolgreich. So wie wir heute jenes alte Geldmaß immerhin auf „Geistiges“ am Menschen beziehen, so haben wir umgekehrt gelernt, vocatio und professio nicht mehr als Hingabe an den geistlichen Stand zu verstehen, sondern als Beruf, in dem wir als „Profis“ handeln und unsere weltlichen Ziele verfolgen. Diese Welt, ihr Wissen und ihre Wirtschaft: Das Umfeld heutiger Kirchenreformen sähe anders aus ohne das weltliche Wirken kirchlich Sozialisierter. Strategie ist also ein vielschichtiges, aber notwendiges Kirchenreformthema (1). Es erschließt strategische Kontexte gegenwärtiger Reformbemühungen (2), in denen Netzwerkstrategien zur Förderung von Kirchenreformprozessen ihren spezifischen Ort haben (3).

  

  

Fortsetzung der Einleitung im PDF-Dokument:

  

 

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