3. Wissenschaftliche Tagung in Bad Herrenalb im Februar 2006
Das Netzwerk „Gemeinde und funktionale Dienste“ hat es sich zum Ziel gesetzt, Kirchenreformprojekte zu begleiten, zu fördern, zu vernetzen und auszuwerten. Die Wissenschaftlichen Tagungen sind ein wesentliches Element dieser Strategie.
Die beiden Tagungen in Braunschweig und Erfurt stellten Best-Practice-Projekte vor und zur Diskussion – Ziel war es, von erfolgreichen Ansätzen und Strategien zu lernen.
Je länger und je tiefer wir uns aber bei der Arbeit an der Buchreihe „Netzwerk Kirche“ und an der Kirchenreform-Datenbank mit der Genese und dem Verlauf von Kirchenreformprojekten beschäftigen, umso dringlicher wird uns die Sicht auf die andere Seite der Medaille: Was lässt Projekte scheitern? Welche Widerstände hätten zum Scheitern führen können, wenn ihnen nicht in der richtigen Weise begegnet worden wäre. Kurz: Was sind die Opponenten in Reformprozessen?
Nicht nur aus Erfolgen, sondern auch aus Fehlern lässt sich trefflich lernen! Dabei verstehen wir Fehler nicht vordergründig als Versäumnisse, die Einzelnen oder Gruppen zugerechnet werden können. Sie sind vielmehr Ausdruck eines falschen Umgangs mit den strukturellen oder personalen Widerständen, die Bestandteil eines jeden Reformprozesses sind, mit Reformverweigerern, die sich schon als Reformverlierer sehen, mit Knappheiten jeglicher Ausprägung. Diese Widerstände entstehen und entwickeln sich in Wechselwirkung mit Reformkräften, Unterstützern, Auftraggebern, Motivation und Zielgruppe.
Wie können wir nun aus Fehlern lernen? Wie können wir hellhörig werden für die immer wieder anderen Störgeräusche in Reformprozessen? Und wie können wir unser Wissen und unsere Erkenntnisse weitergeben? Wie kann der Typus des Projektentwicklers im kirchlichen Bereich gestärkt werden? Das Rad sollte nicht immer wieder neu erfunden werden. Aber auch der Achsenbruch sollte nicht immer wieder unvorbereitet erduldet werden müssen!
Diese Tagung will in Vorträgen, Gesprächsrunden und Arbeitsgruppen sowohl gescheiterte Projekte zur Diskussion stellen als auch nach Wegen suchen, das Scheitern zu vermeiden – und schließlich auch einen Ausblick auf gelungene Projekte geben.
Seien Sie herzlich willkommen!