Brauchen Gemeinden heute externe Beratung?

Ein Beitrag von Friedhelm Schneider

  

Pfr. Friedhelm Schneider, K.IM.  Kirchliches Immoblienmanagement

   

Die Entwicklung in den Gemeinden läuft heute sehr unterschiedlich. War es früher Ziel der kirchlichen Gesamtsteuerung, durch vereinheitlichende Regelungen relativ homogene Gemeindestrukturen zu schaffen, so heute den Gemeinden mehr Eigenverantwortung zu überlasen und zu übertragen. Gemeinden müssen sich um Ihre Belange selbst kümmern, wollen Sie bestehen. Dazu müssen sie ihr Angebots- und Managementsystem optimieren.

  

Bisweilen gibt es dafür Hilfe seitens der Verwaltung. Deren Qualität ist freilich nicht immer gleich gut und ausreichend professionell. Sofern es professionelle Hilfe seitens der Verwaltung gibt – gut. In dieser Hinsicht ist die Lage von Landeskirche zu Landeskirche, Abteilung zu Abteilung, aber auch von Regionalverwaltung zu Regionalverwaltung sehr unterschiedlich. Kürzlich forderte ein Oberkirchenrat die Einführung eines Assessmentcenters bei der Besetzung von Oberkirchenratsstellen... und bestätigt damit die hier getroffene Aussage. 
  
Bisweilen ist das Know-How von externen Anbietern hinsichtlich von Teilbereichen des Systems Kirche – etwa Finanzen oder Immobilien - heute größer als das intern vorhandene. Vor nicht allzu langer Zeit überraschte ein selbständig beratender Theologe mit einer – von denen der kirchlichen Verwaltungen abweichenden – bis zum Jahr 2012 positiven Prognose zur Entwicklung der Kirchensteuern. Und behielt mit seiner Prognose recht! Weitere Beispiele könnten angefügt werden. 
  
In vielen Fällen werden also Gemeinden zunehmend Beratung von außen in Anspruch nehmen (müssen). Sie tun gut daran, wenn dies in ihrem Falle erforderlich ist. Sie tun sicher auch gut daran, die externen Anbieter genauso kritisch zu prüfen, wie die Dienstleistungen er eigenen Verwaltung. Eine externe Vergabe ist insbesondere dann sinnvoll, wenn die Gemeinde intern selbst Experten des betreffenden Fachgebietes besitzen. Denn so – und nur so – können sie Externen (und der Verwaltung) gegenüber die Kontrolle aufbauen, die sie in beiden Fällen benötigen. Kontrolle sollte man – das wird leider unterschätzt – auch bei aller Art Aufträgen der Kirche – nicht versäumen! Gemeinden tun sich hingegen erfahrungsgemäß selten einen Gefallen, wenn sie meinen, große Projekte – wie etwa die Veränderung der Gebäudestruktur - selbst mit den eigenen Kräften schultern zu können. Hier müssen Bewertungskriterien angelegt werden, denen Eigenprodukte dann nur in den seltensten Fällen werden genügen können. Beispiele von gescheiterten oder offensichtlich misslungenen Projekten hingegen gibt es genug. 
  
Wer berät hinsichtlich externen Beratern? Etwa das IWS (Institut für Wirtschafts- und Sozialethik) oder unabhängige theologische Unternehmensberater. Davon gibt es ja mittlerweile eine ganze Reihe.

 

Thematische Seiten im Internet:

Tipps für das Ressourcenmanagement

Gemeindeentwicklung: www.gemeindeaufbruch.de

Kirche & Regionalisierung: www.kirche-und-region.de

Kirche & Management: www.kirche-und-management.de

Plattform für Reformthemen: www.kirchenaufbruch.de

Materialsammlung Kirchenreform: www.reformmaterial.de

Weitere Reformseiten: www.reformverzeichnis.de

  

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