Tipps für das Ressourcenmanagement
Der bedarfsorientierte Energieausweis für Wohnungsbauten
von Friedhelm Schneider (K.IM.)
Worin liegt der Unterschied zum verbrauchsorientierten Energiepass?
Der verbrauchsorientierte Energieausweis hatte als Eigenschaft, wesentlich den jeweiligen konkreten Verbrauch eines konkreten Bewohners und damit das jeweilige Nutzerverhalten abzubilden. Demgegenüber geht es beim bedarfsorientierten Energieausweis gerade darum, nutzerunabhängig den durch die Gebäudeeigenschaften verursachten Verbrauch zu definieren. Dazu werden jeweils gleiche Rahmenbedingungen etwa hinsichtlich des Nutzerverhaltens (z.B. hinsichtlich des Lüftungsverhaltens oder der Temperaturen) gewählt. So erhält man ein gutes Bild über die vom Gebäude selbst ausgehenden Schwächen eines Gebäudes hinsichtlich Wärmeverlusten und damit dann auch von Kosten.
Konkret werden bei der Erstellung des Ausweises die meisten bei üblichen Gebäuden relevanten
Energieverlustquellen differenziert berücksichtigt. Dann werden bei einer solchen Berechnung
z.B. hohe Wärmeverluste einer Fachwerkwand niedrigen bei einer Außenwand eines
Niedrigenergiehauses sehr unterschiedliche Wärmeverlustwerte entgegenstehen. Neben diesen
Auswirkungen der thermischen Hülle werden dann zusätzlich die der Heizungsanlage
berücksichtigt. Somit können dann wesentliche energetische Schwachstellen eines Gebäudes
doch schon recht präzise identifiziert werden.
Aus diesen Berechnungen ergeben sich dann Hinweise und Empfehlungen für durchzuführende energetisch sinnvolle Maßnahmen. Keineswegs müssen alle möglichen Maßnahmen beide Kriterien gleichzeitig erfüllen! Daher sind an dieser Stelle entsprechende Berechnungen erforderlich, die darüber Auskunft geben. Diese sind recht komplex und werden von entsprechenden Programmen geleistet. Entscheidend für die Qualität des Ergebnisses ist,
- dass diese Berechnungen der Wirtschaftlichkeit der Investitionen dynamisch erfolgen
- dass diese Berechnungen auch die Differenzen zw. dem bedarfsorientierten Verbrauchskennwert und dem tatsächlichen Verbrauch des Nutzers berücksichtigen. Gerade dann, wenn dieser Nutzer der Eigentümer ist. Daraus erhellt, dass der bedarfsorientierte Energieausweis dann letztlich die Ergebnisse des verbrauchsorientierten mit verarbeitet.
Achten Sie also bei Beauftragung, ob diese beiden Qualitätskriterien vom Ersteller und seinem Programm erfüllt werden können.
Wann braucht man den bedarfsorientierten Energiepass?
Eigentümer mit Gebäuden mit weniger als 5 Wohneinheiten benötigen den bedarfs-orientierten Energiepass. Dieser ist ab 01.10.2008 verpflichtend. In der Zeit vom 01.07. bis 30.09. besteht die Wahlmöglichkeit zwischen dem bedarfs- und verbrauchsorientierten Ausweis.
Was kostet der bedarfsorientierte Ausweis?
Man muss bei seriöser Erstellung mit Beträgen ab 400.- € kalkulieren. Günstigere Möglichkeiten gibt es dann, wenn zu einem anderen Zweck Daten ohnehin vor Ort erstellt werden müssen. Denn dann entfällt schon mal ein Anteil an Arbeitszeit. Wenn dann die Daten zusätzlich im gleichen Programm bearbeitet werden können, wird nochmals rationalisiert. So können die Kosten ohne Qualitätsverlust doch noch in gewissem Umfang gesenkt werden.
Wann sollten sich Gemeinden für den bedarfsorientierten Energieausweis entscheiden?
Für die Version des bedarfsorientierten Energieausweises sollten Sie sich entscheiden, wenn Sie in Energiesparmaßnahmen investieren wollen. Dafür kann es folgende Gründe geben:
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ökologische Gründe
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Gründe der Senkung des Energieverbrauchs bei Pfarrhäusern. Die Gemeinden sollten sich gegenüber den PfarrerInnen nicht in erster Linie als Vermieter, sondern sich als Selbstnutzer sehen. Denn aufgrund der Residenzpflicht hat der Pfarrer in der Regel keine Wahlmöglichkeit hinsichtlich der Wohnung. Er/sie sollte gerade bei einem schwachen Objekt nicht schlechter gestellt sein als KollegInnen in neuen oder schon entsprechend energetisch sanierten Gebäuden.
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Gründe der langfristigen Vermietbarkeit von Wohnungen insbesondere in Regionen mit starkem Bevölkerungsrückgang und Mietermarktbedingungen. In solchen Fällen wird man um Investitionen aus Gründen der Vermietbarkeit nicht herum kommen. Dann sollte allerdings eine vorab erstellte (dynamische) Investitionsrechnung über die Sinnhaftigkeit der Investition Aufschluss geben! Damit ersparen Sie sich einen – in der Kirche leider immer wieder anzutreffenden – Investitionsflop. Die Alternative: man stößt energetisch schwache Gebäude (frühzeitig) ab.
© 2008 K.IM.
Kopfbild / Bild: www.energie-fachberater.de

